Sonntag, 22. November 2009

Mutation: Schweinegrippe-Virus ändert sich

Was passiert bei der Mutation eines Virus? Wie kann Mutation Schweinegrippe (Influenza A/H1N1) zu einer echten Gefahr für die Bevölkerung werden lassen?

Der Begriff Mutation stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "ändern, vertauschen, wechseln". Dies beschreibt schon gut den Effekt der Mutation: Die in der DNS (Desoxyribonukleinsäure) enthaltenen Erbinformationen des Virus ändern sich bzw. es werden Teile der DNS ausgewechselt.

Das Schweinegrippevirus A/H1N1 benötigt wie alle Viren Wirtszellen, um sich zu vermehren. Dies können Schleimhautzellen in der Rachenschleimhaut des Schweins oder des Menschen sein. Das Virus bringt die gekaperte Zelle dazu, Bestandteile der Virushülle zu produzieren und die Erbinformation zu vervielfältigen.

Bei der Vervielfältigung der Erbinformation treten ab und zu Abschreibfehler auf und führen zu einer sogennanten Mutation. Meist führt dies zu einem unbrauchbaren Virus, manchmal führen Muationen aber zu einer neuen vorteilhaften Eigenschaft. Wenn das Virus dadurch z. B. sich besser von Mensch-zu-Mensch ausbreiten kann, wird sich das neue Virus durchsetzen.

Es kann bei der Vervielfältigung auch zu einem Austausch von ganzen Abschnitten der Erbinformation (Genen) kommen. Dazu muss eine Zelle gleichzeitig mit verschiedenen zirkulierenden Viren infiziert sein. Auf diese Weise können für das Virus positive und den Menschen negative Eigenschaften übertragen werden, z. B. eine Resistenz gegenüber dem Medikament Tamiflu. Das Schweinegrippe-Virus stellt mit seinen 8 Genen jetzt schon eine Mischung von verschiedenen viralen Erbinformationen dar. Es könnte z. B. durch den Austausch von DNS mit dem Vogelgrippe-Virus weitere gefährliche Eigenschaften erlangen. Momentan ist die Sterblichkeit (Letalität) bei einer Schweinegrippe-Infektion (Influenza A/H1N1) relativ gering. Dies könnte sich durch eine Mutation schlagartig ändern.

Auf diese Weise kann durch Mutation Schweinegrippe für die Bevölkerung zu einer echten Bedrohung werden. Derzeit gibt es erste Berichte, dass es Schweinegrippe-Viren gibt, die gegen Tamiflu resistent sind. Es soll sogar schon eine Ausbreitung dieser mutierten resistenten Schweinegrippe-Viren von einer infizierten Person zu einem Gesunden stattgefunden haben.

Es ist z. B. in Norwegen durch Mutation ein Schweinegrippe-Virus entstanden, das offensicht deutlich aggressiver ist und das Lungengewebe besonders heftig angreift.

Ob eine Impfung gegen so ein Schweinegrippe-Virus mit einer Mutation wirksam ist? Wir wissen es momentan nicht. Wenn sich gleichzeitig die äußere Hülle des Schweinegrippe-Virus ändert, kann es sein, dass die durch die Impfung gebildeten Antikörper nicht mehr ausreichend wirksam sind.

Fazit: Eine Mutation kann das Schweinegrippe-Virus deutlich gefährlicher machen, als es derzeit ist.

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