Mittwoch, 10. Juni 2009

Wenig Symptome: Schweinegrippe manchmal schlecht erkennbar

Trotz Infektion mit Influenza A/H1N1-Virus nur wenig Symptome: Schweinegrippe ist manchmal kaum erkennbar und wird daher auch übersehen.

Der milde und symptomarme Krankheitsverlauf der Schweinegrippe in Europa ist einerseits ein Segen, andererseits lässt sich dadurch die wahre Verbreitung des Influenza A/H1N1-Virus in Deutschland kaum abschätzen.

Unter der Überschrift "Isolierstation? Gegrillt und Bier getrunken" schildert in der Süddeutschen Zeitung (10.6.09) ein Influenza-A/H1N1-Infizierter die Symptome und seinen Krankheitsverlauf. Er kam von einer Geschäftsreise aus den USA zurück und berichtet in dem SZ-Interview:

"Am Samstag kaufte ich Geschenke für meine Tochter in der Shopping Mall. Dort lief mir die Nase - genau wie in Deutschland. Ich habe jedes Jahr im Frühjahr Heuschnupfen. Trotzdem habe ich mir ein Infoblatt, das ich am Flughafen in die Hand gedrückt bekam, genau angeschaut.

Nach dem Flug hab ich gefroren, und als ich mit meiner kleinen Tochter und meiner Frau zum Supermarkt ging, sagte ein Bekannter im Spaß: "Hoffentlich hast du dir keine Schweinegrippe eingefangen." Am nächsten Tag wachte ich mit 38,4 Grad Fieber auf. Da rief ich meinen Hausarzt an. ...

Ich selber habe den Arzt nur wegen des Infoblattes, das ich am Flughafen bekam, und wegen meiner sehr kleinen Tochter angerufen. Wer geht schon wegen 38,3 Grad Fieber und ein bisschen Frösteln sofort zum Arzt?"

Trotz wenig Symptome: Schweinegrippe wurde in diesem Fall diagnostiziert. Des öfteren werden symptomarme Fälle übersehen und die reale Verbreitung der Schweinegrippe in Deutschland ist dadurch kaum abschätzbar.

Kann die Tatsache, dass z. B. die Stadt Berlin bislang noch keinen Influenza A/H1N1-Fall gemeldet hat auch daran liegen, dass auf Grund milder Symptome Schweinegrippe-Infektionen einfach nicht erkannt wurden?
Quelle: Sueddeutsche.de

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